Drei Lübecker Initiativen erhalten Klimaschutzpreis

43 Bewerbungen waren bis zum 30. September für den 3. Klimaschutzpreis der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck eingegangen. 43 Gründe, warum Klimaschutz in Lübeck alles andere als out ist. Am Abend des 14. November kamen etwa 130 Gäste in der Dräger-Garage (Moislinger Allee 53-55) zusammen, um diesen Initiativen im Rahmen der Preisverleihung eine Bühne zu geben. Der 3. Klimaschutzpreis wurde 2025 in Kooperation mit den Entsorgungsbetrieben Lübeck verliehen. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wurde auf drei Preisträger:innen aufgeteilt: Es überzeugten die Kita „Haus der kleinen Riesen“ mit ihrem Konzept zur nachhaltigen Ernährungsbildung, das KostNix Kollektiv mit seinem Umsonstladen sowie der Verein Hanse-Obst mit der Erschaffung des Naturerlebnisraums Strukbach in Kooperation mit weiteren Akteur:innen aus Lübeck. Darüber hinaus wurde ein Sonderpreis an den Lübecker Künstler Andreas Darkow vergeben.

Im Juli 2025 hatte die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck gemeinnützige Organisationen und Vereine, Kitas, Schulen und Hochschulen sowie Privatpersonen und Haushalte dazu aufgerufen, sich für den 3. Klimaschutzpreis zu bewerben. Die Bandbreite der 43 Wettbewerbsbeiträge reicht von naturnahen Erlebnisorten und umweltpädagogischen Initiativen über Nachhaltigkeitskonzepte in der Pflege und im Sport bis hin zu Bündnissen, die durch Informationskampagnen oder Protestaktionen auf die Bedeutung des Klimaschutzes aufmerksam machen. „Die eingereichten Beiträge zeigen deutlich, wie viel Engagement und Ideenreichtum in Lübeck vorhanden ist und dass die Menschen das Thema Klimaschutz ernst nehmen und aktiv handeln“, erklärte Frank Schumacher, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck. Für die Auswahl der Gewinner war eine achtköpfige Fachjury zuständig, der neben Frank Schumacher auch Martina Wagner und Hanno Teßmer (Gemeinnützige Sparkassenstiftung), Mathias Mucha (Entsorgungsbetriebe Lübeck), Michael Schmerschneider (Kulturakademie der Diakonie Nord Nord Ost, 1. Preisträger 2023), Monique Ulich (Umweltpädagogin), Nick Vogler (Lübecker Nachrichten) und Clara Egehave (Kinder- und Jugendjury der Sparkassenstiftung) angehörten. Die Jury hatte die eingereichten Vorschläge im Vorfeld intensiv diskutiert und anhand verschiedener Kriterien bewertet. Neben der Originalität spielten auch die Umsetzung, die Übertragbarkeit sowie die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle.

Die Gewinner

1. Platz: Küche als Klima-Kraft

Der mit 5.000 Euro dotierte erste Platz ging in diesem Jahr an die Kita „Haus der kleinen Riesen“ für ihre nachhaltige Ernährungsbildung, die Kinder, Familien und das Team aktiv einbezieht. Besonders hervorzuheben ist das „Kinderparlament“, in dem die Kinder selbst über den Speiseplan entscheiden und Verantwortung für ihre Ernährung und Umwelt übernehmen. Durch den Anbau von eigenem Gemüse, saisonale und regionale Ernährung sowie eine vegetarische Ausrichtung trägt die Kita zur Reduktion von CO2-Emissionen bei. Die Jury würdigt die Kita für ihre beispielhafte Verbindung von Klimaschutz, Bildung und demokratischer Teilhabe. Die Initiative kann als Vorbild für weitere Kitas und Schulen dienen und verdient den Fokus der Öffentlichkeit.

2. Platz: KostNix – der Umsonstladen im Solizentrum

Das KostNix Kollektiv überzeugte die Jury mit seiner Initiative im Bereich der Kreislaufwirtschaft und gewann damit den mit 3.000 Euro dotierten zweiten Platz. Überschüssige Kleidung, Deko und Haushaltsgegenstände werden kostenlos im eigenen Umsonstladen im Solizentrum angeboten. Damit trägt das Projekt aktiv zur Müllvermeidung bei und reduziert den Konsum von Fast Fashion. Das KostNix Kollektiv schafft dabei nicht nur einen ökologischen, sondern auch einen sozialen Mehrwert, indem es Menschen unabhängig von ihrem sozialen Status oder ihrer Herkunft zusammenbringt. Das Projekt trifft den Schwerpunkt des 3. Klimaschutzpreises, indem es Müll vermeidet und Entsorgungskosten spart. Die Jury würdigt das KostNix Kollektiv als vorbildliches Beispiel für Nachhaltigkeit und gelebte Solidarität.

3. Platz: Ein Hektar grüne Lunge für Lübeck          
Der Verein Hanse-Obst e.V. freute sich über den dritten Preis. Mit Unterstützung vieler Aktiver, Ehrenamtlicher und Vereine hat er in St. Lorenz Nord über 10.000 m² Grünfläche vor der Überbauung geschützt und den Naturerlebnisraum Strukbach geschaffen. Das ehemalige Kleingartengelände wurde mit großem Engagement mit Wegen, Müllentsorgung und einer Komposttoilette nachhaltig gestaltet. Schon jetzt wird Strukbach von Schulklassen genutzt und trägt mit Obstbäumen, Blühstreifen und feuchten Böden aktiv zur Förderung von Kühlung, Wasserspeicherung und Artenvielfalt bei. Das Projekt zeigt gelebtes Bürgerengagement und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Behörden und bereichert zudem den Stadtteil. Strukbach ist ein tolles Zeichen für den Schutz der Natur und die Förderung von Biodiversität in Lübeck.

Sonderpreis: Plastik – Wie ein Problemstoff zu Kunst wird

Für eine Initiative, die „anders ist als alle anderen Einreichungen“, wurde der Künstler Andreas Darkow von der Jury mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Der Lübecker Künstler verarbeitet Plastikmüll zu beeindruckenden Trashart-Bildern und will damit auf die weltweite Plastikvermüllung aufmerksam machen. Durch die Schaffung von z.B. Naturmotiven aus Kunststoff stellt er das Paradoxon „Plastik in der Natur“ dar und regt zum Nachdenken über Konsumverhalten, Recycling und nachhaltige Alternativen an. Mit seiner Arbeit verhindert er zugleich, dass der Plastikmüll in die Umwelt gelangt. Darkows Ansatz verbindet künstlerischen Ausdruck mit praktischem Umweltschutz und sensibilisiert auf kreative Weise für nachhaltiges Handeln.

Ein buntes Rahmenprogramm

Festredner des Abends war Mathias Mucha, Direktor der Entsorgungsbetriebe Lübeck, der anlässlich des diesjährigen Schwerpunkts über die Verbindung von Abfallwirtschaft, Recycling und Klimaschutz sprach: „Abfallwirtschaft ist Klimaschutz. Der beginnt bereits im Alltag beim Trennen der Abfälle zu Hause, denn jede richtige Entscheidung bei der Entsorgung schont Ressourcen und vermeidet Emissionen. Umso mehr freut es uns, dass so viele Lübeckerinnen und Lübecker mit ihren Ideen zeigen, wie gelebter Klimaschutz aussieht. Wir sind stolz, in diesem Jahr als Kooperationspartner des Klimaschutzpreises dabei zu sein“, so Mathias Mucha. Auch die Laudator:innen, darunter Michael Schmerschneider, Leiter der Kulturakademie Diakonie Nord Nord Ost, und die Umweltpädagogin Monique Ulich, setzten starke Zeichen für mehr Klimaschutz. Die 16-jährige Schülerin Antonia Katzberg, Mitglied der Kinder- und Jugendjury der Sparkassenstiftung, machte mit einem Poetry Slam-Text auf die Bedeutung des Klimaschutzes aufmerksam und wurde dabei von ihrer gleichaltrigen Jurykollegin Clara Egehave unterstützt. Nach der feierlichen Preisverleihung wurde das „Klimaschutz-Forum“ eröffnet: Im Rahmen einer kleinen Ausstellung zu allen 43 Klima-Initiativen kamen die Gäste zusammen, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Für die Musik des Abends sorgte das Duett „Liebe ist rot“ und der Kammerchor der Universität zu Lübeck.

 

Der Klimaschutzpreis der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung wird alle zweei Jahre vergeben. Die Ausschreibung des 4. Klimaschutzpreises erfolgt damit in 2027.

Fotos 1, 3-6,8: (c) Felix König